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26. April 2012  Kreisverband

1. Mai 2012: "Gute Arbeit für Europa. Gerechte Löhne - soziale Sicherheit"

Mai-Plakat 2012

Von Ursula Weisser-Roelle, gewerkschaftspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion und stellv. Fraktionsvorsitzende

Auch wenn der Springer - Verlag erstmals eine "Bild am Feiertag" herausbringt; auch wenn heutzutage Biertresen die Barrikaden ersetzen: Der 1. Mai ist und bleibt weltweit ein besonderer Tag. Ein Tag des Kampfes, ein Tag des Feierns, ein Tag der Mahnung, ein Tag der Warnung. Es ist der Tag all derer, die die Gesellschaft erhalten und gestalten und die sie weiter, das heißt menschlicher entwickeln wollen. Kurzum, es ist nicht der Tag des Springer - Verlags.

Vielleicht ist es für den einen oder für die andere auch ein Tag des Nachdenkens. Darüber, wie es weiter geht in dieser Entwicklung, oder auch darüber, was sich seit dem 1. Mai des vergangenen Jahres entwickelt hat, entwickelt wurde.

Ich würde zu diesem Jahr sagen: Es war ein Jahr der Proteste.Ungewöhnlicher, kreativer, oft überaschender Proteste und da fällt mir mehr ein als "Stuttgart 21".

Mir fällt "Dresden nazifrei" ein und die Lichterkette gegen AKW`s. Mir fallen die Erhebungen in den arabischen Ländern ein, die Streiks und Demonstrationen in Griechenland und Spanien, der explodierende Frust der Jugendlichen in Großbrittanien und der Studierenden in Chile. Natürlich fallen mir der Slogan der Occupy - Bewegung "Wir sind die 99%" ein oder die Tatsache, dass am 15. Oktober in über 1000 Städten der Erde vorwiegend junge Menschen gegen das Diktat des Finanzkapitals demonstrierten.


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26. April 2012  Einblicke

IG Metall-Tarifrunde – Angebot der Arbeitgeber ist provozierend!

Erklärung des BundessprecherInnenrates der BAG betrieb und gewerkschaft vom 26. April 2012

Logo der BAGNun haben die Metallarbeitgeber zum ersten Mal in allen Tarifgebieten ein Angebot für Entgelterhöhungen vorgelegt. Dieses Angebot kann nur als Provokation gesehen werden. Die Arbeitgeber wollen es wohl wissen, ob die IG Metall noch kampffähig ist. Sie werden ihre Antwort bekommen!

Während die IG Metall 6,5% Entgelterhöhung sowie mehr Mitbestimmung für Leiharbeitsverhältnisse und Werkvertrags-Beschäftigte und unbefristete Übernahme der ausgelernten Azubis verlangt hat, lautet das Angebot der Arbeitgeber:

3% mehr Geld für 14 Monate, aufs Jahr umgerechnet also 2,57% - das ist weniger als ver.di erreicht hat, obwohl die meisten Metallarbeitgeber anders als der öffentliche Dienst keinen Grund zur Klage haben!

Für den Leiharbeitsbereich wurde nur auf Verhandlungen mit den Leiharbeitgebern über teilweise
höheres Entgelt verwiesen. Bessere Mitbestimmungsrechte wurden abgelehnt.

Und Jugendliche nach Ausbildungsabschluss sollen genau wie bisher nur Anspruch auf befristete Übernahme haben. Dies, obwohl in Betrieben und Medien immer mehr über den zukünftigen Mangel an Fachkräften diskutiert wird.

Und obendrein wird Arbeitszeitverlängerung gefordert: noch mehr 40-Stunden-Verträge als bisher!


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26. April 2012  Kreisverband

Gewerkschafter für Blockupy

Flyer der Initiative Gewerkschafter für BlockupyDer Blog Lafontaines Linke berichtet: Der Frühling kommt, und mit ihm kommen wieder die Proteste. Mitte Mai sollen in Frankfurt am Main europäische Aktionstage gegen neoliberales Krisenmanagement und die in der EU herrschende rigorose Sparpolitik stattfinden. Worüber sich Joachim Gauck mokiert hat, das soll versucht werden: das Bankenviertel zu blockieren und die Europäische Zentralbank symbolisch zu besetzen. „Blockupy Frankfurt“ heißt die Aktion, deren Anschluss eine Demonstration am 19. Mai bilden soll. Wie das neue deutschland berichtet, wird die Demo von einem Bündnis linker Gewerkschafter unterstützt, das nun an die Öffentlichkeit geht. Auf Initiative der beiden Gewerkschaftssekretärinnen und Linke-Bundestagsabgeordneten Jutta Krellmann und Sabine Zimmermann werben Vertreter von verdi, IG Metall, DGB und GEW für die Teilnahme an der Demonstration – mit einem Aufruf unter dem Titel “Sozialstaat und Arbeitnehmerrechte in Europa verteidigen!”. Die GEW stellt sich als einzige Gewerkschaft geschlossen hinter den Blockupy-Aufruf. Andere Gewerkschaften sympathisieren zwar mit dem Anliegen, stören sich aber an Teilen des Blockupy-Spektrums oder an bestimmten Aktionsformen. Dem hält Initiatorin Sabine Zimmermann entgegen, es gehe „um eine elementare Frage der Solidarität“, zumal Deutschland mit der Agenda 2010 ein Schrittmacher der Krisenentwicklung sei.

 
26. April 2012  Kreisverband

Die neue b&g ist da!

Aktuelle Ausgabe unserer ZeitschriftPünktlich zum 1. Mai, wenn auch nicht schnell genug, ist die neue Ausgabe unserer Zeitschrift "betrieb & gewerkschaft" aus der Druckerpresse gekommen. Unsere Zeitschrift berichtet und kommentiert vierteljährlich wichtige betriebliche und gewerkschaftliche Entwicklungen aus linker Perspektive.

In der aktuellen Ausgabe berichtet unter anderem Rainer Nagel über ein Fachgespräch mit Betriebsräten, erläutert Jutta Krellmann, warum die Lohndrückerei durch Werkverträge gestoppt werden muss, gibt es ein Portrait von Andre Patrick Fricke aus Braunschweig zu lesen und Gerd Graw beleuchtet die betriebliche und gewerkschaftliche Arbeit in Salzgitter.

Die Zeitschrift kann hier auch als pdf-Dokument gelesen werden.

 
26. April 2012  Einblicke

Werkverträge – Die neue Lohndumping Strategie?!

Studie im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung von Philipp Lorig.

Cover: Studie der RLSIn jüngster Zeit mehren sich branchenübergreifende Beispiele für den vermehrten Einsatz von Werkverträgen, z.B. in der Elektro- und Automobilindustrie oder auch im Dienstleistungsbereich des Einzelhandels. War Leiharbeit seit Beginn der 2000er Jahre das Mittel der Wahl, um Mindestlöhne zu umgehen und die Flexibilisierung der Unternehmen zu erhöhen, hält seit 2010 die prekäre Beschäftigungsform des Werkvertrages verstärkten Einzug in betriebliche Realitäten. Arbeit auf Werkvertragsbasis, in der die Beschäftigten nur für das Ausführen einer bestimmten Leistung bezahlt werden, scheint die neue Strategie des Lohndumpings zu sein, denn durch ihren Einsatz können Mindestlohnbestimmungen für Leiharbeit umgangen und unternehmerische Risiken an die Arbeitnehmer_innen weitergegeben werden.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die Studie: „Werkverträge – Die neue Londumping Strategie“, die im Auftrag der Rosa Luxemburg Stiftung von Philipp Lorig erstellt wurde mit der Beantwortung der Fragen, wie genau das System des Werkvertragseinsatzes inhaltlich und rechtlich funktioniert, was diese atypische Beschäftigungsform genau charakterisiert und wie weit sie schon verbreitet ist. Zu diesem Zwecke wurden Experteninterviews mit Betriebsräten vor allem aus der Automobilindustrie geführt und der Stand der Forschung zum Thema erarbeitet.

Es zeigt sich, dass das Ausmaß des Werkvertrags- Einsatzes in den Betrieben viel höher ist als bisher bekannt und mit erheblichen finanziellen Einbußen und Unsicherheiten für die Beschäftigten einhergeht. Auch zeigen sich massive Einschränkungen der betrieblichen Mitbestimmung für Beschäftigte und Betriebsräte. Der verstärkte Einsatz von Werkverträgen bringt – das kann als Ergebnis dieser Studie festgehalten werden - erhebliche negative Konsequenzen für die Beschäftigten und die betrieblichen Strukturen mit sich.

 
26. April 2012  Einblicke

Eine Region macht mobil

Von Gerd Graw

Gerd Graw mit VW-AzubisAppell der VW-Azubis: "Allianz gegen Rechts bilden"

Seit nunmehr einem halben Jahr weiß die Welt, dass ein neonazistisches Mordkommando ein Jahrzehnt lang durch die Republik ziehen konnte. Zehn Morde, regelrechte Hinrichtungen sind bisher nachgewiesen. Eine Bankrotterklärung für den demokratischen Rechtsstaat. Die "Sicherheitslücken" wurden nach und nach offensichtlicher. Was aber geschieht? Öffentliches Bedauern, Gedenkminuten und zweifelhafte "Wiedergutmachung" genügen nicht. Die demokratische Öffentlichkeit muss an der Arbeit der Untersuchungsausschüsse beteiligt, die V-Leute "abgeschafft" und die NPD verboten werden. Hier hilft nur "Druck von unten", helfen nur mehr vielfältige aktive demokratische Bündnisse.

Das wurde in Salzgitter vom "Bündnis gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit" in bemerkenswerter Weise initiiert. Geplant hatte das Bündnis in Salzgitter eigentlich "nur" die Präsentation einer Ausstellung im Atrium des Rathauses über die Zerschlagung der Gewerkschaftsbewegung durch den faschistischen Staatsterror 1933.


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26. April 2012  Kreisverband

Keine faulen Kompromisse beim Mindestlohn

Jutta Krellmann, MdB

"Vorsicht vor faulen Kompromissen beim Mindestlohn", warnt Jutta Krellmann, Sprecherin der Fraktion DIE LINKE für Arbeit und Mitbestimmung. "Wir brauchen einen echten flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, und kein weiteres Placebo-Gesetz aus dem Hause von der Leyen. Ein Mindestlohn nur für tariffreie Zonen je nach Branchen in unterschiedlicher Höhe, wie er in der Union diskutiert wird, wäre weder allgemein noch flächendeckend, sondern ein Flickenteppich." Krellmann weiter:

"Statt in einer breiten gesellschaftlichen Debatte verhandeln die Unionsfraktion und Ursula von der Leyen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohn lieber im stillen Kämmerlein. Nur scheibchenweise kommen die Ergebnisse an die Öffentlichkeit. Das und die Blockadehaltung der FDP verheißen nichts Gutes.

DIE LINKE fordert einen gesetzlichen Mindestlohn, der für alle gilt. Wir wollen einen Lohn, von dem die Menschen leben können. Deshalb soll er zehn Euro pro Stunde betragen. Die Möglichkeit, höheren tarifliche Branchenmindestlöhnen für allgemeinverbindlich zu erklären, muss ausgeweitet und vereinfacht werden. In einer Mindestlohnkommission sollten Wissenschaft, Gewerkschaften und Arbeitgeber zu jeweils einem Drittel und nach Geschlecht quotiert vertreten sein. Um schließlich die Einhaltung der Lohnuntergrenze sicherzustellen, schlagen wir die Einführung eines Verbandsklagerechts, Kontrollmechanismen und Sanktionen bei Verstößen vor."

 

DIE LINKE aktuell

  • Machtvoller Protest gegen das Kürzungsdiktat von Merkel &Co
    Zur Teilnahme führender Mitglieder des Parteivorstandes der LINKEN an der Blockupy-Demonstration in Frankfurt erklärt der Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Klaus Ernst:
  • Blockupy-Demonstration findet statt
    Zu der soeben erfolgten Bestätigung der Blockupy-Demonstration für den morgigen Samstag, erklärt Christine Buchholz, Mitglied im Geschäftsführenden Parteivorstand der LINKEN:
  • Alle Opelstandorte müssen erhalten bleiben
    Zur Ankündigung von General Motors, das Opel-Stammwerk in Rüsselsheim 2015 schließen zu wollen, erklärt das Mitglied des Vorstandes der Partei DIE LINKE, Michael Schlecht:
  • Angst vor dem eigenem Volk
    Anlässlich der Versammlungsverbote für die Blockupy-Aktionstage in Frankfurt erklären die stellvertretende Parteivorsitzende, Sahra Wagenknecht, und das Mitglied des Geschäftsführenden Parteivorstandes der LINKEN, Christine Buchholz:

Aus der Bundestagsfraktion

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